Naturpark Kellerwald-Edersee

Zum Seiteninhalt Zur Navigation


Etappe 8: Von Odershausen nach Bergfreiheit

Kellerwaldsteig Etappe 8 KarteMarkierungen:
Länge: ca. 10,5 km
Steigung: ca. 240 m Gefälle: ca. 260 m
Route: Odershausen – Jägersburg (3,5 km) – Armsfeld (4 km) – Bergfreiheit (3,5 km)
siehe Karte: P 9 - O 11
Tipp: Kulturhistorischer ökologischer Lehrpfad bei Bergfreiheit

In Odershausen folgt man der Hauptstraße vorbei am ehemaligen Feuerlöschteich und erreicht die Diabasklippen direkt am Ortsrand.

Diabasklippen: Dieser überregional bedeutsame Gesteinsaufschluss aus Diabas und Schiefer zeigt sehr anschaulich die verschiedenen Erdzeitalter.

Wir halten uns linksseitig des Kaltebornbaches und gelangen schon bald zum Renaturierungsgebiet „An der langen Wiese“.

Auf einer Grünlandbrache werden Hochwasserschutz, Naturschutz, Landschaftsästhetik und Umweltbildung miteinander verbunden. Ein angelegter Damm und die teilweise Rückführung des Bachbettes in sein altes, mäandrierendes Flussbett schaffen Retentionsflächen für den Hochwasserschutz.

Ein paar Meter weiter sehen wir schon den Hochbehälter für Trinkwasser und die Wassertretanlage. Ein Wassertretpfad im natürlichen Flussbett des Kaltebornbaches lassen dem Wanderer die Heilkraft des Wassers im „Kneipp`schen“ Sinne spüren. Der Weg führt uns weiter zu den Hutebuchen, die unauffällig am Wegesrand stehen.

Hutebuchen: Auf diesem Rain mit hoch anstehendem Grundgestein war keine Acker- und Grünlandbewirtschaftung möglich. Für die Viehhaltung wurden die Buchen vielfältig genutzt. Das Laub diente als Einstreu in den Ställen. Die Bäume wurden auch „geschneidelt“, das heißt, es wurden die frischen Triebe als Viehfutter genutzt. Durch diese Nutzungsformen entstanden Bäume mit kurzen Schäften und großen Kronen. Diese Hutebuchen tragen in Mastjahren viele Bucheckern, die als Kraftfutter für das Vieh sehr begehrt waren. 

Wir wechseln kurz vor der Umgehungsstraße die Bachseite und gelangen auf den Studentenpfad X13. Ihm folgen wir bis zur Jägersburg.

Jägersburg: 1718 erbaute Fürst Friedrich Anton Ulrich zu Waldeck und Pyrmont die Jägersburg, um das höfische Treiben durch Jagden mit hohen Wildbeständen zu bereichern. Doch die Jagdleidenschaft seiner Nachkommen ließ alsbald nach und so überdauerte die kleine Burg nur 140 Jahre, bis sie im Jahr 1857 zum Abbruch verkauft wurde. Steine, Holz und Ziegel wurden für Hausbauten in Bad Wildungen verwendet. Heute ist diese Parzelle als flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen.

Wir verlassen nun für kurze Zeit den Studentenpfad und machen einen Abstecher zu den Süntelbuchen.

Süntelbuchen: Sie stammen aus dem Süntelgebirge, einem kleinen Gebirgszug südwestlich von Hannover. Charakteristisch ist der genetisch verankerte, schlangenförmige Wuchs ihrer Äste. In ihrem Ursprungsgebiet wurden sie als nutzholzuntaugliches Teufelsholz, in dem Dämonen wohnen, bezeichnet und rigoros abgeholzt. In ganz Europa verstreut sind nur wenige Exemplare übrig geblieben. An diesem Forstort mit der alten Bezeichnung „Hirschraufe“ sind sie wohl als Gastgeschenk eines adligen Jagdgenossen der Waldecker Fürsten gelangt.

Der Weg führt uns nun an dem Odershäuser Forstpflanzgarten vorbei, wo auch eine Hütte mit Sitzgelegenheit zum Verweilen einlädt.

Forstpflanzgarten: Die Bad Wildunger Schulklassen und Kindergärten werden hier regelmäßig von Förster Konrad Dressler in der Nachzucht von Waldbäumen und den Wechselbeziehungen von Wald, Mensch und Natur unterrichtet.

Wir lassen den Pflanzgarten hinter uns und gelangen auf der Höhe an eine Waldstraßenkreuzung. Wir halten uns halblinks und gehen schon nach dreißig Metern, einen Holzrückeweg entlang, runter in das idyllische Urfftal. Hier erreichen wir wieder den Studentenpfad X13 und wandern am Rande des Auenberges weiter in Richtung Armsfeld. Mit dem Verlassen des Waldes eröffnet sich für den Wanderer ein eindrucksvolles Panorama. Ein naturnahes Tal mit Hecken am Wegesrand und uferbegleitendem Gehölz entlang des Urffbaches. Wir folgen dem Studentenpfad bis Fischbach, kommen dabei an der Kolben- und Schlagmühle vorbei und wandern ab Fischbach auf dem kulturhistorischen, ökologischen Lehrpfad bis Bergfreiheit. Kurz vor Bergfreiheit kommen wir direkt am Besucherbergwerk Bertsch vorbei, wo sich immer ein Besuch lohnt.

Besucherbergwerk Bertsch: Im Besucherbergwerk können groß und klein selbst „Bergmann spielen“ und mit ihren „Kumpels“ unter Tage in eine fremde, geheimnisvolle Welt eintauchen. Ein tiefer Stollen, in dem früher Kupfererz gewonnen wurde, führt weit in den Berg hinein und der Besucher lernt unter fachkundiger Begleitung, wie mühsam einst der Abbau des Gesteins war.