Naturpark Kellerwald-Edersee

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Etappe A2: Von Frankenau nach Herzhausen

Kellerwaldsteig Etappe A2 KarteMarkierungen:
Länge: ca. 17 km
Steigung: ca. 590 m Gefälle: ca. 760 m
Route: Frankenau – Euler (2 km) – Quernstkirche (1,5 km) –
Fahrentriesch (5 km) –
Schmittlotheim (3,5 km) –
Kirchlotheim (3,5 km) – Herzhausen (2 km)
Zuwege: Altenlotheim zum Fahrentriesch

Diese alternative Route führt uns von Frankenau in Richtung Quernst. Schon von weitem erkennen wir das Frankenauer Feriendorf am Sternberg. Dort hat die Stadt im Jahr 2001 ein kleines Informationszentrum, die so genannte Kellerwald-Uhr gebaut. Dies ist eine Einrichtung des Naturparks Kellerwald-Edersee.

Kellerwald-Uhr: Hier wird dem Besucher die Waldgeschichte und die Kulturlandschaft des Kellerwaldes näher gebracht. Ein Besuch dieser Einrichtung ist unbedingt zu empfehlen.
Öffnungszeiten: Dienstags und Donnerstags von 10-13 Uhr, Samstags von 14-17 Uhr und Sonn- und Feiertags von 13-17 Uhr.

Wir wandern weiter auf dem und gelangen schon bald zum Euler. Hier befindet sich ein großer Parkplatz mit Informationstafeln und es beginnt der Nationalpark. Das Forstamt Edertal hat in diesem Bereich einen „Waldhistorischen Lehrpfad” angelegt, der auf zwei verschieden langen Schleifen von 3,5 km und 5,5 km Länge den Besucher über alle Themen informiert, die im Zusammenhang mit dem Wald stehen.

Waldhistorische Lehrpfad: An über 30 Stationen erzählt er meist in Verbindung mit der jeweiligen Örtlichkeit aus der Geschichte des Waldes: Der Wanderer erfährt, wie sich der Wald seit der letzten Eiszeit zu dem entwickelte, was er heute ist, welche Rolle der Mensch dabei gespielt hat und was der Wald für den Menschen bedeutet. Der Lehrpfad führt unter anderem zur Ruine der Quernstkirche, einer sehr frühen Höhenkirche, die schon vor Bonifatius durch iroschottische Missionare an einer heidnischen Kultstätte gegründet wurde. Der Lehrpfad verläuft bewusst entlang jahrhundertealter Grenzen und führt zum Dreiherrenstein, wo die alten Territorien Hessen - Darmstadt, Hessen - Kassel und Waldeck aneinandergrenzten. Die bemoosten alten Grenzsteine laden zum Verweilen und zum geschichtlichen Rückblick ein.

Quernstkirche: Vermutlich schon im 3. Jahrhundert nach Christus wurde die Quernstkirche gebaut und nach dem damaligen bedeutenden Bischof Qurinius benannt. Besondere Bedeutung erhielt die Quernstkirche im Mittelalter dadurch, dass sie Wallfahrtskirche wurde. Die Ausmaße der Kirche, die in Ost-West-Richtung angelegt war, betrugen etwa 10 x 23 Meter. Der Kirche angegliedert war ein Friedhof, auf dem die umliegenden Orte ihre Toten bestatteten. Vermutlich wurde diese frühchristliche Höhenkirche infolge der Reformation in Hessen(1527) aufgegeben und der Gottesdienst nach Frankenau verlegt. Von der gesamten Anlage sind nur noch spärliche Reste erhalten. Die Mauern des Friedhofs wurden vor einigen Jahren freigelegt und sind noch gut erkennbar.

Das große Fahrentriesch ist eine der reizvollsten Stellen im so genannten „Hochgewälde“. Das Hochgewälde war im späten Mittelalter der Sammelbegriff für die vielen Wälder mit eigenem Namen im besonders waldreichen Südteil der Herrschaft „Itter“, der etwa deckungsgleich mit der heutigen Großgemeinde Vöhl ist.  Bei dem Schmittlotheimer Heimatforscher Walter Zarges ist in seiner Schrift „Das Hochgewälde am Edersee” nachzulesen, dass der Fahrentriesch durch Rodungsaktivitäten der alten Siedlung „Eschbruch” entstanden ist. Die alte Siedlung Eschbruch bestand schon im Jahr 1284 und lag unweit des Fahrentriesch in östlicher Richtung. Heute künden noch Namen wie „Eschgrund” von dieser ehemaligen Siedlung. Durch Hütebetrieb hat sich dort eine besondere Pflanzengesellschaft entwickelt und steht unter Naturschutz. Neben dem Borstgras und dem Heidekraut ist noch vereinzelt die seltene Arnika zu finden.

Kurz vor Schmittlotheim kommen wir in das idyllisch gelegene Elsebachtal. Hier hat das Forstamt Edertal den Elsebachpfad angelegt.

Elsebachpfad: Schwerpunktthemen dieses 5,5 km langen Weges mit beschilderten Stationen sind das Werden und Vergehen im natürlichen Buchenwald und die Beziehungen zwischen seinen Lebewesen.

Von Schmittlotheim und geht es auf dem Lulluspfad X16 bis nach Herzhausen. Direkt hinter dem Ort geht es bergan zum Hagenstein. Dazu passieren wir erneut ein Gattertor und wandern wieder im Nationalpark.

Dieses Gebiet hat eine lange Tradition. Bis 1918 gehörte der Ostteil zum Hofjagdrevier der Fürsten zu Waldeck und Pyrmont. Die Fürsten ließen um die Jahrhundertwende eine Fläche von etwa 3400 ha einzäunen, da der hohe Wildbestand zu erheblichen Schäden in den angrenzenden Feldfluren geführt hatte. Die heutige Größe von fast 5000 ha erhielt das Gatter im Jahr 1935. In dieser Zeit wurde auch das Muffel- und Damwild eingebürgert. Sehr zum Leidwesen mancher Zeitgenossen trat der Waschbär von hier aus seinen Siegeszug über Deutschland an. Mit ein bisschen Glück begegnet dem Wanderer neben dem Dam- und Muffelwild auch eine Sau, ein Reh oder ein Hirsch. Von 1952 bis 1987 war der Gatterbereich Wildschutzgebiet, in dem die Wildbewirtschaftung sehr stark im Vordergrund stand. Ab 1988 wurde das ehemalige Wildschutzgebiet zum Waldschutzgebiet weiterentwickelt und die Schwerpunkte verlagerten sich in Richtung Naturschutz, Umweltbildung und Tourismus.

Nachdem wir die Steigung bewältigt haben, gelangen wir über den „Backofen” zum Naturschutzgebiet „Hagenstein” und weiter nach Kirchlotheim.

Naturschutzgebiet Hagenstein: Das unter Naturschutz gestellte Gebiet liegt auf 350 Höhenmetern zwischen den Vöhler Ortsteilen Schmittlotheim und Kirchlotheim. Wegen des fantastischen Ausblicks hoch oben über dem Ederlauf mit einem steil abfallenden Hang wird diese Stelle auch als „Loreley des Edertals” genannt. Den Namen hat dieses außergewöhnliche Fleckchen von einem Landforstmeister „von Hagen” erhalten. Dieser war wohl zu damaliger Zeit Forsteinrichter. Er gliederte die großen Waldflächen in einzelne überschaubare „Districte”, unseren heutigen Waldabteilungen. Als Erinnerung und ihm zu Ehren wurde an dieser landschaftlich besonders reizvollen Stelle ein größerer Abteilungsstein mit der Inschrift: v. Hagen – 23.4.1873 aufgestellt. Zusätzlichwurden noch zwei Nordmannstannen und eine Linde gepflanzt. In dem blockschuttreichen Steilhang mit anstehenden Felsfluren ist der Uhu mehrfach gesichtet worden. Schwalbenwurz und gelber Fingerhut sind die Raritäten in diesem Naturschutzgebiet.

Von Schmittlotheim folgen wir weiter dem X16 bis nach Herzhausen. Damit haben wir den Anschluss an die Etappe 3 erreicht.